Kinderförderungsgesetz

Seit 01. August 2013 ist das „Gesetz zur Förderung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege des Landes Sachsen-Anhalt“ ausdrücklich im BildungsprogrammBildung elementar – Bildung von Anfang an verankert.

 

Dieses Gesetz beschreibt in § 1 das Ziel der Kinderbetreuung:

„In Tageseinrichtungen und in Tagespflegestellen soll die Entwicklung jedes Kindes zu einer

eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.“

 

Dieses Ziel tragen alle Kindertagesstätten.

 

Um dieses Ziel durch unsere Arbeit in unseren Kindertagesstätten erreichen zu können, haben wir  einzelne, aus unserer Sicht die wohl wichtigsten, Eckpunkte aus dem Gesetz hervorgehoben:

 

  • Kinder haben ab dem 01. August einen Anspruch auf einen Ganztagsplatz. Dies bedeutet, dass Kinder bis zum Beginn der Schulpflicht bis zu zehn Stunden je Betreuungstag oder bis zu 50 Wochenstunden in Anspruch nehmen können. Für Schulkinder dagegen bedeutet ein Ganztagsplatz ein Anspruch auf bis zu sechs Stunden je Schultag. Während der Schulferien erhalten auch Schulkinder zehn Stunden je Betreuungstag. (§3 Abs. 3)
  • Die Eltern haben das Recht, den täglichen Betreuungsbedarf nach Ihren individuellen Bedürfnissen zu wählen. (§3 Abs. 3 Satz 1)
  • Örtliche Träger der Jugendhilfe (Jugendämter) sind in Notsituationen dazu verpflichtet, für die Betreuung und Versorgung des Kindes zu sorgen beziehungsweise unterstützend zur Seite zu stehen (§3a)
  • Die Leistungsberechtigten (Sorgeberechtigten) haben ein Wunsch- und Wahlrecht zwischen den verschiedenen Kindertagesstätten. Sofern dadurch keine unverhältnismäßig hohen Kosten entstehen, soll diesem Wunsch- und Wahlrecht entsprochen werden. Bei der Ermittlung der Verhältnismäßigkeit sind die Gründe und Wünsche der Leistungsberechtigten zu berücksichtigen. (§3b)
  • Tageseinrichtungen erfüllen einen eigenständigen alters- und entwicklungsspezifischen Betreuung-, Bildungs- und Erziehungsauftrag“ (§5 Abs. Satz 1)
  • Aufgaben der Tageseinrichtungen unter anderem (§5 Abs. 1 und 2):
    • Förderung der Gesamtentwicklung des Kindes
    • Anregung der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung des Kindes
    • Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit
    • Ausgleich von Benachteiligung
    • Förderung von Inklusion
    • Orientierung an Bedürfnissen der Kinder
    • Unterstützung der Erziehung in der Familie
    • Bildungsarbeit
  • Verbindliche Grundlage zur Umsetzung des Erziehungs- und Bildungsauftrages ist das Bildungsprogramm Bildung elementar – Bildung von Anfang an unter besonderen Beachtung der Sprachförderung. (§5 Abs. 3)
  • Jede Kindertagesstätte hat nach einer Konzeption sowie einem Qualitätsmanagementsystem zu arbeiten (§5 Abs. 3)
  • Schulkinder sollen auf Wunsch der Eltern sachkundige Hilfe zur Erledigung der Hausaufgaben angeboten werden (§5 Abs. 4)
  • „Träger der Kindertagesstätte hat auf Wunsch der Eltern die Bereitstellung einer kindgerechten Mittagsverpflegung sicher zu stellen.“ (§5 Abs. 6)
  • Einbeziehung der Kinder entsprechend ihrem Alter und Fähigkeiten in Alltag und Organisation der Kindertagesstätte (§7)
  • Kinder mit Behinderung sollen gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert und betreut werden (§8 Satz 1)
  • Jugendämter sind für die Vorhaltung von Tageseinrichtungen verantwortlich. Sie haben dementsprechend eine Bedarfsplanung aufzustellen. (§10 Abs. 1)
  • Jugendämter und die Träger der Kindertagesstätten sind verpflichtet Vereinbarungen zum Schutz von Kindern zu treffen (§10a)
  • Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch das Land, die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die Gemeinden sowie durch die Eltern (§11 Abs 1 Satz 1)
  • „Die Kostenbeiträge der Eltern sind nach der Anzahl der vereinbarten Betreuungsstunden“ zu staffeln und werden von den Gemeinden festgelegt (§13 Abs. 1 und 2)
  • „Verpflegungskosten tragen die Eltern“ (§13 Abs. 6)
  • Vor Aufnahme eines Kindes in eine Kindertagesstätte ist eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung sowie die Durchführung der Kinderuntersuchungen vorzulegen (§18 Abs. 1)
  • Bestehen in einer Kindertagesstätte Gruppen, so wird ein Elternsprecher für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Aus der Elternschaft müssen mindestens zwei Vertreter für das Kuratorium der Einrichtung gewählt werden. Das Kuratorium hat die Aufgabe den Träger zu beraten und sich bei grundsätzlichen Entscheidungen zu beteiligen. (§19 Abs 2, 3 und 4)
  • Mindestpersonalschlüssel
    • Auf ca. 6,6 Kinder unter drei Jahre kommt eine pädagogische Fachkraft
    • Auf ca. 12,5 Kinder ab drei Jahren kommt eine pädagogische Fachkraft
    • Auf ca. 20 Schulkindern kommt eine pädagogische Fachkraft